Ratgeber

Krankenversicherung

Gesetzlich oder privat, und was sinnvoll dazukommt: Hier findest du die Unterschiede, die Werte für 2026 und die Fragen, die du dir vor einem Wechsel stellen solltest.

Ärztin im Gespräch mit einer Patientin

Gesetzliche Krankenversicherung

In der gesetzlichen Krankenversicherung, kurz GKV, sind rund neun von zehn Menschen in Deutschland versichert. Der Beitrag richtet sich nach deinem Einkommen, nicht nach Alter oder Gesundheit.

  • Der allgemeine Beitragssatz liegt bei 14,6 Prozent. Dazu kommt der Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse, 2026 im Durchschnitt rund 2,9 Prozent.
  • Als Angestellte oder Angestellter zahlst du die Hälfte, die andere Hälfte trägt dein Arbeitgeber.
  • Beiträge fallen bis zur Beitragsbemessungsgrenze an: 2026 sind das 69.750 Euro im Jahr, also 5.812,50 Euro im Monat. Was du darüber verdienst, ist beitragsfrei.
  • Ehepartner und Kinder ohne eigenes Einkommen sind über die Familienversicherung kostenlos mitversichert.

Die Leistungen sind gesetzlich festgelegt und bei allen Kassen weitgehend gleich. Unterschiede gibt es beim Zusatzbeitrag, bei Bonusprogrammen und bei Extras wie Zuschüssen zur Zahnreinigung. Ein Wechsel der Krankenkasse ist einfach: Die neue Kasse kümmert sich um die Kündigung bei der alten.

Krankenkassen vergleichen und wechseln

Mit dem Vergleichsrechner siehst du, welche Krankenkasse für dich am günstigsten ist, und kannst direkt online wechseln.

Der Vergleich kommt von der Kassensuche GmbH aus Frankfurt. Erst wenn du auf „Vergleich laden“ klickst, wird er geladen und deine IP-Adresse sowie Angaben zum Seitenaufruf gehen an den Anbieter. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.

Private Krankenversicherung

In der privaten Krankenversicherung, kurz PKV, schließt du einen Vertrag mit festen Leistungen ab. Der Beitrag richtet sich nach deinem Alter beim Eintritt, deiner Gesundheit und dem Umfang des Tarifs. Dein Einkommen spielt keine Rolle.

Wer sich privat versichern kann

  • Angestellte mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze: 2026 sind das 77.400 Euro im Jahr, also 6.450 Euro im Monat.
  • Selbstständige und Freiberufler, unabhängig vom Einkommen.
  • Beamtinnen und Beamte, die über die Beihilfe einen großen Teil ihrer Kosten erstattet bekommen. Mehr dazu auf der Seite für Beamte.

Was du vorher wissen solltest

  • Leistungen sind vertraglich zugesichert und können vom Gesetzgeber nicht gekürzt werden. Gute Tarife leisten zum Beispiel mehr beim Zahnersatz, bei Heilpraktikern oder im Krankenhaus.
  • Jede Person braucht einen eigenen Vertrag. Kinder und ein Partner ohne eigenes Einkommen kosten extra.
  • Der Versicherer bildet Alterungsrückstellungen, damit die Beiträge im Alter nicht zu stark steigen. Trotzdem steigen sie mit den Gesundheitskosten.
  • Bei Eintritt gibt es eine Gesundheitsprüfung. Vorerkrankungen können zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führen.
  • Der Weg zurück in die GKV ist schwer und ab 55 Jahren nur noch in Ausnahmefällen möglich. Die Entscheidung für die PKV ist deshalb eine Entscheidung fürs Leben.

Eine PKV lohnt sich nicht für jeden, der sie abschließen darf. Wir rechnen mit dir durch, was sie heute und im Alter kostet, und vergleichen das mit der GKV.

Gesetzlich und privat im Vergleich

GesetzlichPrivat
Beitrag richtet sich nachEinkommenAlter bei Eintritt, Gesundheit, Tarif
FamiliePartner und Kinder ohne Einkommen kostenlosJede Person zahlt eigenen Beitrag
LeistungenGesetzlich festgelegt, können sich ändernVertraglich zugesichert
AbrechnungÜber die VersichertenkarteRechnung bezahlen, dann erstatten lassen
WechselZwischen Kassen jederzeit möglichZurück in die GKV nur eingeschränkt

Zusatzversicherungen

Wer gesetzlich versichert bleibt, kann gezielt aufstocken: beim Zahnarzt, beim Arzt oder Heilpraktiker und im Krankenhaus. Eine Zusatzversicherung kostet nur einen Bruchteil einer PKV.

Zahn, ambulant und stationär: zur Zusatzversicherung

Krankentagegeld

Bist du länger krank, zahlt dein Arbeitgeber sechs Wochen lang dein volles Gehalt weiter. Danach zahlt die GKV Krankengeld: 70 Prozent deines Bruttogehalts, höchstens 90 Prozent des Nettos und nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Wer gut verdient, hat deshalb schnell eine Lücke von mehreren hundert Euro im Monat.

Eine Krankentagegeldversicherung schließt diese Lücke. Für Selbstständige und privat Versicherte ist sie besonders wichtig, weil sie ohne eigene Absicherung im Krankheitsfall oft gar kein Einkommen haben.

Pflege

Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt je nach Pflegegrad einen festen Betrag. Die tatsächlichen Kosten liegen oft deutlich darüber, besonders im Pflegeheim. Den Rest zahlst du selbst. Reicht dein Geld nicht, springt das Sozialamt ein und kann sich das Geld von Kindern zurückholen, die mehr als 100.000 Euro im Jahr verdienen.

Eine private Pflegezusatzversicherung zahlt ein Pflegetagegeld oder eine Pflegerente, über die du frei verfügen kannst. Je früher du abschließt, desto günstiger ist der Beitrag.

Stand: Oktober 2026. Werte aus der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2026 und der Bekanntmachung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags. Dieser Ratgeber ersetzt keine persönliche Beratung.

Lass dich zur Krankenversicherung beraten

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir, ob gesetzlich, privat oder gesetzlich mit Zusatz am besten zu dir passt.

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